Pfarrverband Kelmis - Neu-Moresnet - Hergenrath

Für die Organisation des religiösen Lebens in der Großgemeinde ist der Pfarrverband Kelmis-Neu-Moresnet-Hergenrath zuständig. Dessen Ursprung geht auf die Zeit der Bergwerksgesellschaft „Vieille-Montagne“ zurück. 1858 reichte der damalige Direktor Adolphe von Scherpenzeel-Thim beim Lütticher Bischof ein Gesuch ein, für das neutrale Gebiet eine unabhängige Pfarre zu errichten.

Der entsprechende Erlass folgte am 25. August 1858. Die neue Pfarre wurde „Himmelfahrt Mariä“ gewidmet. Der Bergwerksdirektor wollte aber mehr und leitete den Bau einer Kirche ein, deren Grundstein am 18. Mai 1863 gelegt wurde. Die Bergwerksgesellschaft unterstützte den Bau finanziell, mit der Bedingung, dass das Gotteshaus unweit der Schule Saint Louis (heutiges Gemeindehaus) errichtet wird. Die Einweihung erfolgte am 3. Oktober 1865. Der erste Pfarrer war Kaplan Aloys Flemmincks und wurde am 30. August 1858 ernannt.

In den letzten 50 Jahren leiteten Joseph Olbertz, Guillaume Voncken, Erich Altdorf und aktuell Jean Pohlen die Geschicke der Kelmiser Pfarre. Prägende Persönlichkeiten waren außerdem die späteren Bischöfe Jean Fryns und Eugène Rixen sowie Missionar Pierre Simons.

Hergenrath wurde 1648 zur Pfarre erhoben. Das Gotteshaus, das dem Heiligen Martini gewidmet war, befand sich auf dem Gelände des heutigen Friedhofs. Als das Gotteshaus in die Jahre kam, wurde eine neue Kirche gebaut: Am 28. Oktober 1846 erfolgte die Einweihung der Martini-Kirche (später St. Martins-Kirche). Seit 2012 gehört die Pfarre Hergenrath zum Pfarrverband Kelmis-Hergenrath-Neu-Moresnet.
Kontakt: www.pfarrverband-kelmis-hergenrath.be

Kirchengemeinden Eupen-Neu-Moresnet

Durch den Galmeiabbau im 19. Jahrhundert zogen viele Facharbeiter aus dem Deutschen Reich in das damalige Neutral-Moresnet. Die Zahl der Arbeiter evangelischer Konfession in dem überwiegend katholischen Gebiet wuchs schnell an, so dass im Jahr 1855 erstmals ein evangelischer Seelsorger angestellt werden konnte und erste Gottesdienste in einem Saal abgehalten wurden.

1856 wurde der Bau einer Kirche genehmigt und 1857 war die Johanneskirche aus massivem Ziegelstein und Zinkdach bezugsfertig. Der Friedhof hinter der Kirche wurde im Juni 1858 eingeweiht. Das Pfarrhaus wurde 1865 vollendet und Pfarrer Walter Vielhaber konnte einziehen. Im Jahr 1920, nach der Übernahme des Gebiets durch den belgischen Staat, führte das Wegziehen deutscher evangelischer Familien dazu, dass die evangelische Kirchengemeinde vom Eupener Pfarrer übernommen wurde. Durch das Königliche Gesetz vom 22. März 1960 wurde die Gemeinde pfarramtlich mit Eupen verbunden. Sie behielt aber ihre eigene Verantwortung bis heute. Seit Mitte der neunziger Jahre verfügt sie über eigene Pfarrstelle. Diese ist zurzeit vakant. Die Evangelische Kirche (inklusive Pfarrhaus und Friedhof) steht unter Denkmalschutz. Auf dem Friedhof ruhen u.a. Max Braun, ehemaliger Direktor der Bergbaugesellschaft “Vieille-Montagne”, sowie Dr. Wilhelm Molly, Betriebsarzt der “Vieille-Montagne”, Verfechter des Esperanto-Staates und damaliges Gemeinderatsmitglied des neutralen Gebiets. Besonders wichtig ist der Gemeinde eine wortgetreue Verkündigung, das heißt: Die Predigten haben Jesus Christus und sein Versöhnungswerk am Kreuz und die Bibel als Grundlage. Die Termine der Aktivitäten werden in der Gemeindezeitung “Die Brücke” veröffentlicht und auch im Schaukasten an der Auffahrt zur Johanneskirche in Neu-Moresnet ausgehängt. Die Webseite der Gemeinde Eupen-Neu Moresnet ist zurzeit in Bearbeitung und nicht zugänglich. Kontakt: fb171978@skynet.be oder 0473/93.32.19.

Quelle: „Der Bärrech – die Neutralität – der Schmuggel“ von Iwan Jungbluth. Erhältlich beim Autor, Lütticher Straße 180 in 4720 Kelmis. Telefon: +32 87 65 73 03. Weitere Quelle: www.ostbelgienkulturerbe.be